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Neueste Entdeckungen über Makemake

Die Seite von Bruno Sicardy beschreibt die möglichen Sternenbedeckungen durch Makemake für das Jahr 2011. Solche Sternenbedeckungen können hilfreich sein, die genau Größe und die Form des Kleinplaneten weiter zu erkunden. Die (allerdings mit größeren Fehlern behafteten) Vorhersagen definieren für verschiedene Regionen der Erde eine mögliche Sternenabdeckung durch Makemake für den 2. März 2011.

Astronomen haben im November 2012 das Ergebnis einer Untersuchung vom April 2011 mit drei Teleskopen an ESO-Standorten in Chile veröffentlicht, bei der der Zwergplanet Makemake vor dem Hintergrundstern NOMAD 1181-0235723 vorüberzog und so für kurze Zeit das Licht des Sterns abdunkelte. Durch diese Beobachtungen konnte man erstmalig prüfen, ob Makemake eine Atmosphäre besitzt. Das von José Luis Ortiz vom Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC) in Spanien geleitete Team wertete dazu die Daten von drei verschiedenen Teleskopen an den chilenischen ESO-Standorten La Silla und Paranal – dem Very Large Telescope (VLT), dem New Technology Telescope (NTT) und TRAPPIST (TRAnsiting Planets and PlanetesImals Small Telescope) – und von anderen kleinen Teleskopen in Südamerika aus. Man ging bisher davon aus, dass Makemake eine Atmosphäre besitzt. Wie sich nun aber herausstellte, ist das nicht der Fall. Den Wissenschaftlern gelang es bei dieser Gelegenheit auch, die Dichte von Makemake zu bestimmen. Die Ergebnisse der Beobachtungen wurden am 22. November 2012 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
 
künstlerische Darstellung von MakeMake
künstlerische ESA-Darstellung der Oberfläche von Makemake. Niemand kennt bisher genauere Details von der Oberfläche dieses Kleinplaneten.

Die aus den Beobachtungen abgeleitete geometrische Albedo des Zwergplaneten ist 0,77± 0,03, größer als bei Pluto aber kleiner als bei Eris. Ein perfekt reflektierender Körper hätte eine Albedo von 1, während eine nicht reflektierende, schwarze Oberfläche den Wert 0 hätte. Zusammen mit früheren Resultaten ergeben die Beobachtungen für Makemake eine Dichte von 1,7 ± 0,3 Gramm pro Kubikzentimeter. Dieser Wert wiederum ermöglichte es dem Team anschließend, die Form von Makemake zu bestimmen: Der Zwergplanet ist eine an beiden Polen leicht abgeflachte Kugel mit Achsen, die 1430 ± 9 Kilometer und 1502 ± 45 Kilometer lang sind. Makemake besitzt anders als Pluto keine globale Atmosphäre, zumindest keine, die mehr als ein Tausendstel der Dichte derjenigen des Pluto hätte. Eine lokale Atmosphäre, die nur einen Teil der Oberfläche bedeckt, wäre theoretisch denkbar und kann durch die hier vorgestellten Beobachtungen nicht ausgeschlossen werden.