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Existiert Planet X "Tyche/Nemesis" ?

Die Astronomen beobachten neben den extremen und nicht mit den klassischen Theorien erklärbaren Umlaufbahnen  einiger weit entfernter Kleinplaneten, wie z.B. Sedna, eine Diskontinuität der aus der Oortschen Wolke stammenden und auf die Sonne zufallenden langperiodischen Kometen. Aus diesem Bereich im äußeren Sonnensystem aus einer Entfernung von etwa ¼ bis ½ Lichtjahr kommend, sollten diese Kometen eigentlich gleichmäßig aus allen Himmelsrichtungen in das innere Solarsystem gelangen. Tatsächlich beobachtet man jedoch, dass eine statistisch signifikante Zahl von etwa 20% aller Kometen aus einem eng umgrenzten Bereich des Himmels heraus auf die Sonne zufliegt, der mit der Theorie der galaktischen Gezeiten nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.

Die beiden Astronomen John Matese und Daniel Whitmire von der Universität Louisana postulieren daher einen Planeten X, der die Ungleichmäßigkeit der Kometenbahnen erklären könnte. Dieser Begleiter der Sonne könnte auch den außergewöhnlichen Orbit von Sedna erklären.
 

Laut der aufwendigen Berechnungen beider Autoren müsste ein solcher Planet die ein- bis vierfache Masse des Jupiter haben und die Sonne im inneren Bereich der Oortschen Wolke in etwa 20.000 - 30.000 AU Entfernung von der Sonne umkreisen. Dies entspäche einem Sonnenorbit mit etwa ½ Lichtjahr Entfernung von der Sonne.

Der potentielle Planet, den sie Tyche nach der römischen Schicksalgöttin genannt haben, muß zwischen 20.000 und 30.000 AU Entfernung von der Sonne haben, um die beobachteten Kometenbahnen erklären zu können. In dieser Entfernung ist er allerdings mit herkömmlichen Methoden nicht zu ermitteln. Einzig möglich wäre eine solche Entdeckung mit dem NASA-Weltraumteleskop WISE, das den Himmel im infraroten Bereich der elektromagnetischen Strahlung absucht, bzw. schon abgesucht hat. Die WISE-Mission ist seit Februar 2011 zu Ende, da dem Teleskop erwartungsgemäß das für die Messung unverzichtbare Kühlmittel ausgegangen ist.

WISE hat allerdings den gesamten Himmel mehr als einmal komplett abgesucht und eine riesige Menge Daten erzeugt. Deren Auswertung wird die nächsten Jahre dauern. Die Daten werden ab April 2011 veröffentlicht und wenn es den Planeten tatsächlich gibt, dann - so schätzt Whitmire - wird es knapp 2 Jahre dauern, bis man ihn findet.

Im März 2014 berichten Chadwick A. Trujillo und Scott S. Sheppard vom Gemini Observatorium in Hawaii von einem weiteren Sedna-ähnlichen Objekt: 2012 VP113 (plutoidenpages.eu berichtete), dessen außergewöhnliche Umlaufbahn um die Sonne ebenfalls nur durch das Vorhandensein eines weit außerhalb des sichtbaren Bereiches um die Sonne fliegenden großen Objektes zu erklären ist. Sie nennen es Nemesis.

Die Entdeckung von Tyche/Nemesis käme einer Sensation gleich.