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Neue Aktivitätsperiode für New Horizons ab 21. Mai 2013

New Horizons legt seinen weiten Weg zu Pluto und Charon im Hibernationsmodus zurück, um Energie zu sparen. Aus diesem wird das Raumschiff periodisch aufgeweckt, um Statusupdates, und Systemchecks zu machen, sowie neue Software aufgespielt zu bekommen. Außerdem werden in der momentanen Phase der Mission mehrfach alle Aktivitäten des Raumschiffes durchgespielt, wie sie im Sommer des Jahres 2015 beim Zielsystem ausgeführt werden.

Eine solche Aktivitätsphase startet ab dem 21. Mai und wird bis zum 21. August 2013 dauern. In ihr werden die Backupsysteme des Raumschiffes kontrolliert, die Nutzlastinstrumente kalibriert und die Fehlerschutzssoftware aktualisiert.

Beginnend mit dem 05. Juli 2013 werden alle Aktivitäten genauso durchgespielt, wie sie im Sommer des Jahres 2015 bei der Ankunft an Pluto stattfinden werden. Es werden außerdem über neun Tage hinweg einige der Datenübermittlungsoptionen getestet, wie sie Monate nach dem Vorbeiflug gebraucht werden, um die immense Datenmenge zurück zur Erde zu übertragen.

Ab dem Sommer 2013 ist die Hochauflösungskamera LORRI aufgrund der abnehmenden Entfernung zum ersten Mal in der Lage, Pluto und seinen Mond Charon getrennt aufzulösen.

Nach der Entdeckung weiterer Monde des Pluto (plutoidenpages.de berichtete) gibt es einige Besorgnis, dass das Raumschiff während des Vorbeifluges im Plutosystem auf Trümmer aus der Entstehung des Sonnensystems treffen könnte, die die Mission abrupt beenden würden. Daher werden immense Aufwendungen getroffen, um das Riskio soweit als möglich zu minimieren. Einerseits wird New Horizons beim Anflug zu Pluto versuchen, den vor dem Raumschiff liegenden Weltraum so genau wie möglich mit seinen Instrumenten zu analysieren. Zudem werden erdgestützte Teleskope ihm dabei helfen, kritische Trümmer rechtzeitig zu erkennen.
 
New Horizons Kurs relativ zur Rotationsebene des Pluto-Charon Systems
Abb. 1: Geometrie des Durchfluges von New Horizons durch das Pluto-Charon System. Das Raumschiff wird nur unmittelbar während der Periode des Minimalabstandes zu Pluto die Ebene möglicher Trümmerstücke aus den Anfängen des Sonnensystems durchfliegen (NASA / JHUAPL).

Aufgrund der Vorbeifluggeometrie (siehe Abb. 1) wird das Raumschiff nur bei Querung der Ebene der Ekliptik des Plutosystems unmittelbar durch mögliche Trümmer oder bisher nicht entdeckte größere Objekte gefährdet sein. Davor und danach besteht keine Gefahr. Die Verantwortlichen haben damit begonnen, mögliche Alternativkurse zu berechnen, die einerseits den Abstand des dichtesten Vorbeifluges vergrößern oder andererseits drastisch verkleinern. Die Annahme ist, dass der große Mond Charon in der direkten Umgebung seiner Umlaufbahn alle möglichen Trümmerteile bereits in sich aufgenommen hat (größere Vorbeiflugentfernung zu Pluto) oder alternativ Pluto dies in seiner unmittelbaren Bahnumgebung ebenfalls getan hat (Verkleinerung des Minimalabstandes während des Vorbeifluges).
 
Alternativkurse SHBOT- x von New Horizons durch das Pluto-Charon-System
Abb. 2: Mögliche Alternativkurse SHBOT - x von New Horizons durch das Pluto-Charon System.  (SHBOT == Safe Haven By Other Trajectory): entweder nah am Pluto- oder nahe am Charonorbit vorbeifliegen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit für Trümmerteile am geringsten (NASA / JHUAPL).

Diese Kursalternativen heißen SHBOT (Safe Haven By Other Trajectory) und es gibt mehrere davon. Bisher besteht eine 1:300 Chance für einen unerwünschten direkten Treffer, die Kursalternativen verkleinern diese Wahrscheinlichkeit um bis zu einen Faktor 100. Trotzdem besteht ein gewisses Restrisiko.

Bei der anstehenden Testperiode werden außerdem alternative Ausrichtungen des Raumschiffes während des Nahvorbeifluges getestet. Dabei ist daran gedacht, das Raumschiff so auszurichten, dass die große High Gain-Antenne einen Großteil des Raumschiffskörpers in Richtung des größten Risikos abdeckt und so die Instrumente schützt, siehe Abbildung. Dabei muß aufgrund der ungünstigeren Beobachtungsrichtung allerdings mit einer Verminderung der Ausbeute der wissenschaftlichen Daten gerechnet werden.
 
Abdeckung des Raumschiffkörpers durch die High-Gain Antene
Abb. 3: Die Abdeckung des eigentlichen Raumschiffkörpers durch die High-Gain Antenne kann als Schutzschild beim Vorbeiflug an Pluto genutzt werden. Für die Erdkommunikation bliebe dann im Falle von Wirkungstreffern immer noch die Low-Gain Antenne (NASA / JHUAPL).

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Veröffentlicht
18:56:12 18.05.2013
Quelle
http://pluto.jhuapl.edu/ov....php
Wichtige Hyperlinks
http://www.plutoidenpages.....php?page=281
http://www.plutoidenpages.....php?section=news&cmd=details&newsid=41